Star Trek Discovery Staffel 2 – Fazit

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Vorweg, ja ich Scheine unzuverlässig geworden zu sein was meine Disco Reviews betrifft, doch hat dies einen ganz anderen Hintergrund, als man annehmen würde. Ich ertappt mich beim Schreiben der Reviews dabei das sie quasi ein und die gleichen Inhalte hatten. Stets hätte ich die spannende Story, die guten Effekte oder Pike und Spock in den Himmel gelobt. Aus diesem Grund erspare ich mir die Einzelreviews und Blicke auf das Gesamtwerk zurück.

Wenn Discovery etwas besser machte als in der ersten Staffel, so war es das Storytelling. Die Geschichte rund um den roten Engel war durchweg fesselnd und oft wünschte ich mir das doch bitte sofort die nächste Episode online gehen würde. Während die erste Hälfte der Staffel sich mit der Suche nach Spock und der Identität des Engels beschäftigte, vertiefte man sich in der zweiten Hälfte mit der Klärung der Geschichte. Dabei wurde es nie langweilig und ein ausgewogenes Maß von Charaktermomenten und Action wurde gefunden welches ich in der ersten Staffel noch schmerzlich vermisste. Während Staffel 1 oft daher kam, als, ob wir ein zusammengestückeltes Machwerk aus verschiedenen Konzepten zu Gesicht bekamen, wirkte Staffel 2, wie aus einer Gussform mit einer von Anfang bis Ende durchdachten Story. Dies mag vermutlich auch daran liegen das man in Staffel 1 versuchte die Ursprünglich von Bryan Fuller vorgesehen Story irgendwie zurechtzubiegen und zu erweitern, da ja Herr Fuller, wie auch schon so oft bei anderen Projekten, aufgrund kreativer Differenzen die Serie verließ.

Die Charaktere an sich wirkten in dieser Staffel sehr viel realistischer und tiefgründiger als in der vorherigen, jedoch stachen zwei Charaktere in der Staffel besonders hervor. Captain Pike und Spock. Beide waren das absolute Highlight der Staffel, Pike noch mehr als Spock. Anson Mount als Pike zu verpflichten war vermutlich die beste Casting Entscheidung der letzten Jahre in Star Trek. Mount brachte soviel Charisma mit sich, das es schwer vorstellbar ist das die Serie ohne ihn weitergehen soll. Pike hat es geschafft sehr schnell, in verdammt kurzer Zeit neben Picard und Sisko in meiner persönlichen Top 3 der Star Trek Captains zu rangieren. Mounts Darstellung verlieh dem Charakter, den wir eigentlich nur aus einer Episode kannten tiefe und machte diesen zu seinem eigenen. Pike ist das, was ich den Proto-Captain nenne, er verkörpert nur das beste war Starfleet zu bieten hat und es erfreut mich das wir, als Fans die Chance bekamen Chris Pike näher kennenzulernen.

Was Ethan Pecks Spock angeht, muss ich zu geben, dass ich meine Vorbehalte hatte, da im Gegensatz zu Pike Spock mehr als bekannt für den Zuschauer ist. Erneut überraschte man mich und Pecks Verkörperung war etwas anders als erwartet, aber passend für die Situationen, in denen sich Spock befand. Im Gegensatz zu Zachary Quintos Spock aus den Kelvinverse Filmen, dessen Spock mir zu emotional war, traf Peck mit seiner Interpretation des Charakters den Nagel auf den Kopf und lieferte eine glaubhafte Performance ab die uns Final den Spock bescherte den wir kennen. Man könnte jetzt sagen Peck sah nie aus wie Spock, aber ich bezweifle es, das es möglich ist, einen Schauspieler zu finden der Nimoy ähnelt und die nötigen schauspielerischen Fähigkeiten hat.

Natürlich war nicht alles an Season 2 perfekt, allen voran Burnham ging mir ein wenig auf die Nerven. Im Gegensatz zum Rest der Crew, den ich wirklich Liebgewonnen habe, fällt mir dies bei Burnham weiterhin schwer. Zu oft ist sie die einzige Person, die etwas Bestimmtes kann oder etwas herausfindet was andere nicht herausfinden. Zu oft geht sie für einen Sternenflotten Offizier ihre eigenen Wege oder weist den Captain in seine Schranken um ihre eigenen Vorhaben durchzusetzen. Sympathisch ist für mich anders. Was auch ein wenig nervte, war das ständige Tränen vergießen, gab es eine Episode in der Staffel, in der Burnham eigentlich nicht weinte? Mit der Menge an Tränen hätte man den ganzen Alpha Quadranten fluten können. Ich hoffe, Staffel 3 wird sich ein wenig mehr um die Crew drehen und Michael nicht mehr so krass im Mittelpunkt stehen. Ich hoffe auch zutiefst, das Saru der neue Discovery Captain wird und nicht die Königin der interstellaren Tränen, verdient hätte er es und er ist auch weitaus kompetenter.

Was Plotholes angeht sind mir gar nicht soviele aufgefallen zwei sind dabei hängengeblieben die ich aber eher als unbedeutend einstufe.

Sareks und Amandas Abschied von Michael. Sarek hat durch die Katra Power mitbekommen was Michael vorhat und macht sich mit Amanda auf den Weg Tschüssi und Goodbye zu sagen. Wie zur Hölle konnten sie in recht kurzer Zeit die Discovery ausfindig machen die schließlich auf der Flucht vor Control war und selbst die Enterprise ewig brauchte um die Discovery einzuholen. Hat Sarek einen Katra Power Warp Antrieb? Sehr merkwürdige Sache.

Etwas was mich mehr irritierte war Tylers Anwesenheit an Bord des Klingonischen D-7 mit L`Rell bei der finalen Schlacht der Staffel. L´Rell täuschte doch Tylers tot vor, um ihr Amt zu festigen, wie erklärt man dann seine Anwesenheit an Bord des klingonischen Flaggschiffs? Auferstehung Zombie Jesus like oder befanden sich an Bord des Schiffes nur sehr enge Vertraute der Kanzlerin die von der Vortäuschung von Tylers tot bescheid wussten? Sind Euch noch mehr Plotlöcher aufgefallen, die anscheinend an mir vorbeigingen? Rein damit in die Kommentare Bevor ihr sagt, Halt! Was ist denn mit der ganzen Sporen Antiebsgeschichte, Burnhams Mutter oder dem viel zu modernen Design der Enterprise usw.?

Das sehe ich ehrlich gesagt nicht als Plotlücken an, sondern Handlungsstränge die vermutlich in Season 2 weiterverfolgt werden. Zumindest hoffe ich dies. Was das Enterprise und das allgemeine Design der Serie angeht, nenne ich dies einen Akt der kreativen Freiheit, es würde einfach nicht funktionieren und einen Stilbruch bewirken, wenn alles plötzlich wie aus den 60er Jahren wirken würde.

Zur visuellen Darbietung der Serie muss man glaube ich nicht allzu viele Worte verlieren. Star Trek Discovery ist nicht nur die visuell schönste Serie des Franchise, sondern auch die Cineastische die aktuell in der Serie Landschaft umherspukt. Von den Effekten, über den Kameraeinstellungen, der Beleuchtung bis hin zum Sounddesign stimmt einfach alles und lässt echtes Kinofeeling aufkommen. Eine positive Änderung, die man in dieser Staffel vornahm war, dass die Raumschiffe sichtbarer waren und sich nicht mehr im kaum erkennbaren dunkel des Weltalls versteckten.

Final stellt sich natürlich die Frage was wir in der dritten Staffel erleben werden. Eines ist klar, sie wird im 32. Jahrhundert spielen und eröffnet so Möglichkeiten für eine Trek Serie wie sie es schon seit Jahren nicht mehr gab. Die Autoren müssen nicht mehr Vorsicht walten lassen was den etablierten Kanon betrifft, da dieser weit in die Vergangenheit rückt. Es wird interessant sein zu sehen, wie sich das Universum in fast 900 Jahren entwickelt hat. Wie wird wohl die politische Lage in den Quadranten ausschauen? Wird es noch eine Föderation geben? Werden wir auf Temporal Agenten treffen? Wie kommt Georgoiu in die Vergangenheit zurück um die Section 31 Serie anzuführen? Ist Control wirklich Geschichte? Warum war die Discovery im Short Trek Calypso verlassen? Schon jetzt erwarte ich mit Spannung diese neue Staffel. Um nicht ganz auf dem trocken zu liegen bekommen wir erst einmal zum Ende des Jahres die Picard Serie zu Gesicht die ich auch mit Spannung erwarte.

Insgesamt war die zweite Staffel durch die Bank weg gelungen und hat so viel besser gemacht als Staffel 1. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass Staffel 2 die beste 2. Staffel der modernen Trek Serien ist. Viele der Serien liefen erst mit der 3. Bzw 4. Staffel zur Höchstform auf, aber Disco schaffte es schon jetzt. Kein Wunder also, dass Discovery aktuell die meist gestreamt Serie in der Serie Landschaft ist.

Star Trek Discovery Season 2

4,5 von 5 Roten Engeln

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2 Gedanken zu “Star Trek Discovery Staffel 2 – Fazit

  1. Gute Zusammenfassung. Du hast Recht, Anson Mount als Pike war in der Tat eine der besten Casting-Entscheidungen im ST Universum. Ich würde im Moment viel lieber eine Spin-off Serie mit ihm und Ethan Peck als Spock sehen als die angekündigte Picard Serie. Dadurch, dass wir vorher keine sonderlich spektakuläre Darstellung von Captain Pike kannten, gäbe es da voraussichtlich mehr Entwicklungspotential.

    Auf die Zukunft der Zukunft in DISCO Staffel 3 bin ich auch schon sehr gespannt. Hoffe das Budget für visuelle Effekte und die Ansprüche an gute Drehbuchschreiber bleiben so hoch wie bisher.

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    • Danke! Die Vorfreude auf die Picard Serie hält sich nach der aktuellen Entwicklung, dass sie eine Amazon Prime Exclusive Serie wird, mittlerweile sehr im Rahmen. Nur um Star Trek zu gucken einen weiteren Streaming Service zu abonnieren ist irgendwie keine Option. Ich frage mich wie und wo dann die anderen neuen Serien laufen werden und ich ahne schlimmes.
      Zu Staffel 3 hoffe ich einfach das sich die Autoren so richtig austoben, aber auch nicht vergessen das es sich um Star Trek handelt. Hier hat man die Chance etwas richtig gutes und originelles zu kreieren und ich hoffe die Chance nutzen sie.

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