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Fahrenheit 451 (2018)

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Handlung:

Wir befinden uns in einer Welt in der Literatur in jeglicher Form verboten ist. Um dieses Verbot durchzusetzen, existiert die Feuerwehr, ihreAufgabe ist es rebellische Subjekte aufzuspüren, sie zu Bandmarken, ihrer Identität zuberauben und jegliche Literatur zu vernichten. Einer dieser Feuerwehrmänner ist Guy Montag der quasi ein heranwachsender Star der Literaturvernichtung. Im Laufe der Zeit jedoch beginnt er an der Richtigkeit dessen was er tut zu zweifeln. Schlussendlich begibt sich Montag auf einen gefährlichen und lebensverändernden Pfad, der ihn zu einem Rebellen macht, ganz zum Unmut seines Mentors.

Kritik:

Wer mich kennt, der weiß das Fahrenheit 451 von François Truffaut aus dem Jahr 1966, als mein absoluter Lieblingsfilm gilt. Aus diesem Grund freute ich mich wahnsinnig darauf das nach etlichen Versuchen endlich eine Neuinterpretation des Werks von Ray Bradbury, in der Mache war. Ich war guter Hoffnung als der Cast des Films mit Michael B. Jordan, Michael Shannon und Sofia Boutella bekannt gegeben wurde. Was konnte da schon schiefgehen? Die Wahl des Regisseurs!

Ramin Bahrani schien keinerlei Ahnung zu haben, was er da dreht, und hatte offensichtlich kein Verständnis, welche Bedeutung und Tiefsinnigkeit Bradburys Vorlage beinhaltete.

Das Endresultat ist der Hauch eines Schattens einer großartigen Vorlage. Fahrenheit ist ein hingerotzter Film der mich als Zuschauer enttäuscht und teils erzürnt zurück ließ.

Bevor ich jedoch auf Details dazu eingehe, möchte ich die Wenigen positiven Aspekte beleuchten.

Der Cast lieferte die bestmögliche Leistung ab und jeder Einzelne verkörperte seine Rollen perfekt, auch wenn die Rollen der Vorlage kaum noch gleichen.

Der zweite und auch letzte positive Punkt des Films ist die Optik. Visuell ist Fahrenheit sehr stark, ob es die Effekte, Kameraeinstellungen oder die Bildsprache sind, in diesen Punkten muss der Film sich nicht verstecken.

Nun zu dem, was den Film extrem schlecht da stehen lässt.

Ein Film steht und fällt mit der Story und genau hier versagt der Film auf voller länge. Truffauts Werk aus den 60er Jahren hielt sich zwar auch nicht haargenau an die Vorlage, doch die 2018er-Fassung verwirft komplette Handlungsabschnitte, streicht Nebenfiguren weg und erfindet eine zum Teil absurde neue Story, die vermutlich Bradbury im Grabe rotieren lässt. Allein die Tatsache, dass Montag durch seinen Vorgesetzten das Zeitliche segnet, ist Grund für mich zutiefst enttäuscht von diesem Film zu sein. Im Original tötet nämlich Montag aus Notwehr seinen Vorgesetzten, was die restliche Handlung viel interessanter macht. So endet diese Version mit dem tot Montags und einer kurzen Sequenz, die offenbart, dass Montags Plan doch noch aufging.

Es ist selten, das ich Filme so hart kritisiere, aber dieses Produkt ist ein perfektes Beispiel dafür, wie man Literatur nicht verfilmen sollte. Man kann noch so gute Schauspieler engagieren, wenn die Story vermurkst wurde und der Regisseur keine Ahnung vom Stoff hat. Da bringt es auch nichts zwei Szenen, die eine Hommage auf Truffauts Version waren, in den Film einzufügen.

Fahrenheit 451

Traurige 1 von 5 Feuersalamander